Interessantes über Bienen - Imkerei Traßl

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Interessantes über Bienen

Interessantes über...
 

Wissenswertes aus der Welt der Bienen gibt es vieles und vieles ist absolut faszinierend. Doch die Wissenschaft hat noch auf viele Fragen keine Antworten. So ist z.B. noch immer nicht geklärt, an welchen Stellen sich die Drohnensammelplätze bilden und wie Königinnen diese finden. Zahlreiche Wissenschaftler versuchen, weiter Licht in die noch immer unbekannten Geheimnisse der Bienen zu bringen und diese Rätzel zu lösen.



Themen auf dieser Seite:
Die Biene - das drittwichtigste Nutztier
Ein Volk - zwei Geschlechter - drei Wesen
Entwicklung der Brut bis zur fertigen Biene
Das Leben der Arbeiterin
Das Leben eines Drohn
Das Leben einer Königin
Wussten Sie schon, dass, ...
Weiterführende Literatur zu dem Thema



 

Die Biene - das drittwichtigste Nutztier
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
schreibt auf ihrer aktuellen Homepage:

 

"Schätzungen zufolge werden von den 100 Pflanzenarten, die über 90 Prozent der Er- nährung der Menschen sicherstellen, 71 von Bienen bestäubt. In Europa zählen dazu 84 Prozent der 4.000 Gemüsearten und 264 Getreidearten, deren Ertrag zudem bis zu fünfmal höher ist als bei den Arten, die ohne Insekten auskommen. Hierzulande bestäuben die Bienen rund 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen, von der Karotte über die Tomate bis hin zum Klee. [...] Das Umweltbundesamt bewertet sie [die Biene] sogar als drittwichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein."

 


Ökologisch gesehen war und ist die Hauptaufgabe der Biene die Bestäubung von Pflanzen und nicht die Honigproduktion. (Honig
diente über Jahrmillionen hinweg den Bienen ausschließlich als Futtervorrat, um die Winter zu überleben.) Welche Folgen es hätte,
wenn dieser "Hauptbestäuber" tatsächlich einmal nicht mehr da
wäre, zeigt das folgende Bild recht eindrucksvoll.

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von:
Dr. James Cane,
BeeResearch Institute,
Longan, USA


 
 
 
 

Drei Himbeeren (rubus ideaus L), jedoch nach (links) Selbstbestäubung, (mitte) Windbestäubung und (rechts) Insektenbestäubung.

Bild mit freundlicher Genehmigung:
Kristin Krewenka, Project Management
Biocenter Klein-Flottbek and Botanical Garden Biodiversity, Evolution and Ecology of Plants, Hamburg

Dasselbe Resultat bei Erdbeeren:
OP (open pollinatuion): Befruchtung durch Insekten,
ASP (autonomous self pollination): Selbstbefruchtung
T (wind + self pollination): Wind- und Selbstbefruchtung

 
 


Laut einer Studie von Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg würde weltweit " ... die Fruchtproduktion um 22,9 %, die Gemüseproduktion um 16,3 % und bei Nüssen und anderen Samen für die menschliche Ernährung 22,1 % ..." sinken, wenn es keine bestäubenden Tiere (und in Deutschland sind das ausschließlich Insekten) mehr geben würde. Für Deutschland würde das einem Geldwert von rund 1,6 Milliarden Euro entsprechen. Der Ertragsverlust weltweit würde bei 153 Milliarden Euro liegen.

(siehe IMKERFREUND, Ausgabe 12/2015, Seite 16)

 


Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Volk - zwei Geschlechter - drei Wesen
In einen Bienenvolk findet man drei verschiedene Wesen:

die Königin,
die Arbeiterinnen und
die Drohnen.

 
 

Grafik mit freundlicher Genehmigung aus:
Dr. Wolfgang Ritter,  "Bienen gesund erhalten", Ulmer Verlag 2013



 
 

Alle drei Wesen entstehen aus den Eiern, die die Königin legt.


Aber:

  • ein Drohn entsteht aus einen unbefruchteten Ei,

  • während aus befruchteten Eiern Arbeiterinnen und Königinnen schlüpfen.



Den Samenvorrat zum Befruchten der Eier erhält die Königin bei ihren einmaligen Hochzeitsflug. Dieses Sperma, das normalerweise bis zu ihrem Lebensende ausreicht, trägt sie in einer 1,5 cmm großen Samenblase (Spermatheka) mit sich herum.


Ob die Königin ein befruchtetes oder ein unbefruchtetes Ei legt, erkennt sie an der Größe der Wabenzelle: kleinere Zelle bedeutet befruchtetes Ei, größere Zelle bedeutet unbefruchtetes Ei.


Die Größe der Wabenzellen wiederum legen die Arbeitsbienen als Kollektiv - sprich das Volk - fest.

Phänotyp Königin:
schlanker, langer Hinterleib
keine Filzbinden

Phänotyp Drohn:
über die gesamte Länge ein
breiter Körperbau, ein runder
"Hintern" und riesige Augen

Phänotyp Arbeitsbiene:
Hinterleib aus fast schwarzen
Hinterleibsringen und grauen Filzbinden

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Entwicklung der Brut bis zur fertigen Biene

 

eine Brutwabe mit ein bis zwei Tage alten Eiern;
die Königin kann im Frühjahr bis zu 2.000
Wabenzellen pro Tag "bestiften"

Prinzip der kurzen Wege:
direkt neben dem Brutnest (links) werden
die Pollenvorräte (rechts) eingelagert

eine Jungbiene erblickt das Licht der Welt
(links mittig): sie beißt von innen ihre verdeckelte Brutzelle auf; eine ältere Stockbiene scheint ihr
dabei zu helfen

Der in der Brutzelle stehende Stift neigt sich innerhalb von drei Tagen immer mehr dem Zellboden zu.
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Bei einer Bruttemperatur von 34,8° Celsius ist nach 72 Stunden daraus eine 1,5 mm lange und 0,3 mg leichte Larve geworden, die sofort mit Futtersaft gefüttert wird.
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Danach wird die Larve mit einem Gemisch aus Honig und Pollen gefüttert. Innerhalb von 5 Tagen entwickelt sich die Larve zu einer zellenfüllenden Rundmade "Nimmersatt". Sie wiegt jetzt etwa 155 mg, wurde zwischen 2.000 und 3.000 Mal gefüttert und hat ihr Gewicht auf das Fünfhundertfache erhöht.
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Nun spinnt die Made ein feines Gewebe um sich und "verpuppt" sich. Die Arbeiterbienen verschließen die Zelle mit einer hauchdünnen Wachsschicht. Man bezeichnet dies als "verdeckeln". Nun erfolgt die Streckung der Made.
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Nach weiteren 8 Tagen erblickt eine neue Biene das Dunkel des Bienenstocks. Zu Spitzenzeiten im Frühjahr und Frühsommer sind dies bis zu 2.000 pro Tag.

 



Entwicklung der Brut
- getrennt nach dem Phänotyp -

 
 

Grafik mit freundlicher Genehmigung aus:
Dr. Wolfgang Ritter,  "Bienen gesund erhalten", Ulmer Verlag 2013

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Das Leben einer Arbeiterin
Eine Arbeiterin führt in ihrem Leben die unterschiedlichsten Tätigkeiten durch. Aber woher weiß eine Biene, wann sie was zu tun hat ? Die Antwort ist relativ einfach. Sie weiß es nicht. Sie macht einfach das,
wozu sie gerade aufgrund ihrer aktivsten Drüsen in der Lage ist zu tun.
Da in jedem Lebensabschnitt andere Drüsen aktiv(er) sind, ändern sich
also auch die durchgeführten Tätigkeiten.

 



Drüse 1:  Oberkieferdrüse
Drüse 2: Futtersaftdrüse
Drüse 3: Kopfspeichelsaftdrüse
Drüse 4: Bauchspeicheldrüse
Drüse 5: Rückenschuppendrüsen
Drüse 6: Nassanow-Drüse
Drüse 7: Wachsdrüsen
Drüse 8: Stachelkammer- und
            Stachelrinnendrüse

 

Grafik mit freundlicher Genehmigung aus:
Dr. Wolfgang Ritter,  "Bienen gesund erhalten", Ulmer Verlag 2013


 

Somit ergeben sich für die einzelnen Lebensphasen folgende Tätigkeiten:

















Grafik mit freundlicher Genehmigung aus:
Dr. Wolfgang Ritter,  "Bienen gesund erhalten", Ulmer Verlag 2013


 
 
 

Bienen beim “Sterzeln”: damit regeln sie die Stocktemperatur oder tauschen “schlechte” Luft aus

 

Kampf einer Wächterbiene mit einem
"Eindringling" auf Leben oder Tod

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Das Leben eines Drohn
Drohnen, also männliche Bienen, gibt es nur im Frühjahr und Sommer, etwa von April bis August. Ihre einzige Aufgabe ist es, eine Jungkönigin während ihres Hochzeitsfluges zu begatten - somit besitzen sie auch keine Wachsdrüsen, keinen Stachel, keine Sammelbeine und keine Futtersaftdrüsen. Dafür sind ihre Augen übergroß. Da sich Drohnen auch nicht am Honigsammeln beteiligen, sind ihre Mundwerkzeuge nicht voll entwickelt, so dass sie sogar von den Arbeiterinnen gefüttert werden müssen. Neigt sich das Bienenjahr im August dem Ende zu, dann sind keine Jungköniginnen mehr zu begatten - also braucht es (aus der Sicht des Volkes) auch keine Drohnen mehr. Und da das Futter in einem langen Winter knapp werden könnte und somit für das Volk grundsätzlich die Gefahr des Verhungerns besteht, fliegen alle "Schmarotzer" (Drohnen) gnadenlos raus - es kommt zur sogenannten „Drohnenschlacht".

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Das Leben einer Königin

Entstehung

 

Eine Königin geht aus einem befruchteten Ei hervor, wie die Arbeitsbienen auch. Jedoch wird die Larve der zukünftigen Königin über die gesamte Zeitspanne des Larvenstadiums ausschließlich mit dem Gelée Royal der Ammenbienen ernährt. Auch wird die Wabenzelle der baldigen Herrscherin senkrecht statt waagerecht ausgerichtet (rechts). Dies bezeichnet man dann als Weiselzelle.

 


Begattung und Lebenszeit
Etwa 10 bis 14 Tage nach dem Schlüpfen startet die junge Königin in Begleitung von erfahrenen und ortskundigen Flugbienen zu ihrem Hochzeitsflug. An sogenannten "Drohnensammelplätzen" kommt es zur Begattung mit bis zu 12 Drohnen aus unterschiedlichen Völkern. Während die Männchen den Begattungsakt nicht überleben (ihnen wird das Begattungsorgan herausgerissen) nimmt die Königin den Samen in ihre Samenblase auf, der ihr rund 4 Jahre und damit ihr komplettes Leben lang ausreicht.


Legeleistung
Die Volksstärke eines Bienenvolkes schwankt im Jahreslauf. Sobald im Herbst die erste längere Frostperiode den kommenden Winter ankündigt, stellt die Königin das Eierlegen ein. Diese Winterpause hält meist bis Anfang Februar (Lichtmess) an. Dann beginnt sie wieder mit dem Eierlegen und steigert ihre Leistung von Tag zu Tag bis sie gegen Mitte Mai etwa 2.000 Eier pro Tag legt – mehr als ihr eigenes Körpergewicht. Etwa ab der Sommersonnenwende geht sie in ihrer Legeleistung wieder deutlich zurück.


Pheromonquelle
Die ganze Zeit über gibt die Königin über ihre Mandibeln die so genannte Königinnensubstanz ab. Diese enthält ein Pheromon, das dafür sorgt, dass sich die Eierstöcke der Arbeitsbienen nicht entwickeln können. Jedoch sorgt es aber für das Wohlbefinden des ganzen Insektenstaates sorgt.


Ist eine Königin krank oder verletzt, dann geht diese Pheromonkonzentration (deutlich) zurück. Das kann dazu führen, dass ihr eigenes Volk sie absticht und aus der vorhandenen jüngsten Brut sich eine neue Königin zieht. Dies tritt auch ein, wenn der alten Weisel Sperma ausgeht. Kommt es zu einem plötzlichen Pheromonverlust, weil  die Königin z.B. durch einen imkerlichen Eingriff verloren gegangen ist, merken die Bienen dies bereits nach rund einer Stunde und reagieren darauf mit dem so genannten „Brausen".

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wussten Sie schon, dass ...

  • der wissenschaftliche Name apis mellifera so viel wie "Honigtragende Biene" bedeutet ?

  • die Königin auch Weisel genannt wird ?
  • das Eierlegen der Königin auch als "bestiften" bezeichnet wird ?
  • eine Biene 0,1 g wiegt ?
  • ein Drohn 0,24 g wiegt ?
  • eine Königin rund 0,2 g wiegt ?
  • Bienen erst ab einer Temperatur von 12° Celsius richtig flugtauglich sind ?
  • Bienen die beste Leistung bei Temperaturen ab 20° Celsius bringen ?
  • Bienen ihre Flüge bei Temperaturen über 37° Celsius einstellen ?
  • sobald Brut aufgezogen wird, die Bienen eine Stocktemperatur von ziemlich genau 34,8° Celsius "einstellen" ? (Und das bei offenem Gitterboden und unabhängig von der Außentemperatur.)
  • im Sommer in einem Bienenstock bis zu 50.000 Bienen leben, im Winter aber nur 10.000 oder sogar noch weniger ?
  • alle Arbeiterinnen eigentlich sterile Weibchen sind ?
  • der einzige Daseinszweck des Drohn die Begattung der Königin ist ?
  • ein Drohn eigentlich keinen Vater hat ? (Er entsteht ja aus einem unbefruchteten Ei.)
  • eine Königin während ihres Hochzeitsfluges von rund einem Dutzend Drohnen begattet wird ?
  • ein Drohn noch während der Begattung stirbt, da ihm sein Begattungapparat herausgerissen werden ?
  • jedes Volk nur eine Königin hat ?
  • eine Königin pro Tag bis zu 2.000 Eier legen kann ?
  • eine Stockbiene in ihrem Leben als Putz-, Bau-, Brutpflege-, Wächter-, usw. arbeitet ?
  • eine Biene nach ihrem Stich stirbt ?
  • ein Stachel, wenn er nach einem Stich nicht sofort entfernen wird, noch eine zeitlang selbständig Gift absondert ?
  • Bienen auch Bienen anderer Völker durch einen Stich töten können, dabei jedoch nicht sterben, da sie den Stachel aus dem Chitinpanzer herausziehen können ?
  • Arbeiterinnen ihre Königin "beseitigen", wenn ihre Fruchtbarkeit nach einigen Jahren nachlässt ?
  • die Bienen auf eine ca. 30 Millionen Jahre lange Geschichte zurückblicken ?
  • sich eine Biene in unseren Breiten maximal etwa 4 Kilometer vom Stock entfernt ?
  • ein Bienenstock also eine (theoretische) Fläche von etwa 50 qkm abdeckt ?
  • es auch bei den Bienen faule Exemplare gibt ?
  • wenn es richtig schön blüht bis zu einem Drittel aller Bienen einer Kolonie draußen unterwegs sein können ?
  • jedes der beiden Facettenaugen aus mehr als 6.000 Einzelaugen aufgebaut ist ?
  • Bienen Formen leichter unterscheiden können als Farben ?
  • Bienen Farben sehen können und die Farben Blau und Gelb bevorzugen ?
  • Bienen kein Rot sehen können, dafür ultraviolettes (UV-) Licht ?
  • Bienen die Fähigkeit besitzen, Farben durch Lernvorgänge unterschiedliche Bedeutungen zuweisen zu können ?
  • Bienen Wissen auch erlernen und durch Kommunikation erfahren können ?
  • Bienen mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 30 km/h unterwegs sind ?
  • Bienen beim schnellen Fliegen nur schwarzweiß sehen ?
  • erst im "Schleichflug" Bienen Farben wieder sehen können ?
  • nektarsuchende Bienen grundsätzlich gegen die Windrichtung landen und sich somit den Blüten entgegenschnüffeln ?
  • es Sommerbienen und Winterbienen gibt ?
  • sich die Winterbienen zu sog. Wintertraube zusammenziehen und sich durch Muskelzittern wärmen ?
  • die Kerntemperatur in der Wintertraube bei etwa 15° Celsius liegt ?
  • aufgrund des natürlichen Totenfalls (Bild unten rechts) die Zahl der Bienen pro Volk in den Wintermonaten Tag für Tag abnimmt. Erst wenn die Königin etwa ab Maria Lichtmess (2. Februar) wieder langsam mit der Eiablage beginnt, steigt die Zahl der Bienen wieder an.
 
 

Bild (veröffentlicht vom HOBOS-Projekt) zeigt eine schlafende Biene zwischen
zwei Waben

Der natürliche Totenfall während eines Winter. Die toten Bienen fallen nach unten und bleiben auf dem Gitter des offenen Gitterbodens liegen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Weiterführende Literatur zu dem Thema:

 

Werner Gekeler
Honigbienenhaltung
Eugen Ulmer KG
Stuttgart (Hohenheim) 2006
ISBN-13: 978-3-8001-4398-6

 
 

Gerhard Liebig
Einfach imkern
(Leitfaden zum Bienen halten)
3. Auflage
Aichtal, 2011

 
 

Wolfgang Ritter
Bienen gesund erhalten
(Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln)
Eugen Ulmer KG
Stuttgart (Hohenheim) 2012
ISBN 978-3-8001-5729-7

 
 

Jürgen Tautz
Phänomen Honigbiene
Springer-Verlag
Berlin, Heidelberg 2012
ISBN 978-3-1845-6

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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